SPIELZEUGLAND

SPIELZEUGLAND
Kurzfilm
Regie: Jochen Alexander Freydank, Deutschland 2007, 14 min.

Gast: Regisseur Jochen Alexander Freydank

Neben vielen anderen Preisen erhielt der Film mit Julia Jäger in einer Glanzrolle soeben den Oscar für den besten Kurzfilm. Das Jüdisches Filmfestival Berlin & Potsdam gratuliert ganz herzlich zum großen Erfolg.

DER JUNGE IM GESTREIFTEN PYJAMA

DER JUNGE IM GESTREIFTEN PYJAMA
Spielfilm
Regie: Mark Herman, USA / Großbritannien 2009, 94 min., DF

Gäste: Regisseur Mark Herman und Autor John Boyne

Vor vielen Jahren habe ich einen Film gedreht über ein Dorf in Baden-Württemberg, in dem Juden und Christen mehr als dreihundert Jahre friedlich miteinander gelebt hatten. Das Dorf hieß Buttenhausen. Mit dem Frieden war es 1933 natürlich vorbei. Die Christen wechselten auf die andere Straßenseite, wenn ihnen ihre jüdischen Nachbarn begegneten. 1938 wurde die kleine steinerne Synagoge angezündet, danach begannen die Deportationen, die Jüdinnen und Juden wurden gezwungen, in einen großen, grauen Bus einzusteigen, „auf Transport in den Osten“. Ihre Möbel, ihr Silber, ihre Aussteuer nahmen die christlichen Nachbarn, denn die wussten ja, dass die Juden „verschossen werden würden“. Die brauchten ihre Aussteuer also nicht mehr. 1943 nahm sich das letzte jüdische Ehepaar vor der Deportation das Leben. Der Grabstein auf dem kleinen jüdischen Friedhof zeigt ihr Lebensalter an: Die beiden waren fast achtzig Jahre alt. Auf diesem Friedhof treffe ich auf einen Bauern. Der putzte mit einer Zahnbürste die Buchstaben auf den verwitterten Steinen. Er erzählte mir, und nicht nur mir, sondern auch allen Dorfbewohnern, ob sie es hören wollten oder nicht, die Geschichte der Juden von Buttenhausen. Er erzählte in einer Ausstellung von ihrem Leben und ihrem Sterben, er zeigte ihre Fotos, Urkunden und Lebensberichte. Dieser Bauer hatte eine Tochter. Diese hatte eine türkische Freundin. Mit der ging sie samstags zum Tanzen. Ich begleitete sie und fragte die Tochter des Bauern, ob sie sich vorstellen könne, Jüdin in Buttenhausen gewesen zu sein. Nein, sagte sie, das könne sie sich nicht vorstellen, denn sie sei doch keine Jüdin. Ja, sagte ich ihr, aber ob sie sich das nicht einmal vorstellen könne? Nein, sie sei doch keine Jüdin. Ich sah ihre türkische Freundin an und fragte nun die Tochter, ob sie sich vorstellen könne, Türkin zu sein. Nein, lachte die Tochter, sie sei doch keine Türkin. Ich fragte dann nicht mehr, ob sie sich vorstellen könne, dass sie, damals, in Buttenhausen, in den großen grauen Bus hätte steigen müssen, „auf Transport in den Osten“. Sie hatte doch alle Fotos gesehen, die Urkunden, die Grabsteine, auch die des alten jüdischen Ehepaares. Keine Fantasie, keine Vorstellung, auf der anderen, der Verliererseite gewesen zu sein? Immer nur auf der der Sieger, der Blauäugigen, Blonden? Warum können sie sich nicht vorstellen, auf der schlechten Seite gewesen zu sein? Wenn es den Film DER JUNGE IM GESTREIFTEN PYJAMA damals schon gegeben hätte, hätte ich die Tochter und ihre Freundin in diesen Film gezwungen. Einmal, ein einziges Mal muss man doch begreifen lernen, dass man auf der schlechten Seite hätte sein können. Bruno, der Sohn des SS-Kommandanten, kann das. Er reicht Schmuel die Hand. Stirbt mit ihm. Unsere Welt würde anders aussehen, wenn wir uns das vorstellen würden, Tag für Tag, immer. Hingehen, den Film ansehen. Mit Bruno sterben.
Lea Rosh

AROUND TRIP

AROUND TRIP
Kurzfilm
Regie: Gur Bentwich, Israel 2008, 12 min., OmeU

Eine junge Frau auf dem Weg zu ihrem Blind Date trifft einen Mann, der sein Handy verloren hat und ihr Leben für immer – oder zumindest für die nächste Stunde – verändert. Sehr weltliche Handykomödie des israelischen Filmemachers Gur Bentwich, der in der Hauptrolle zu sehen ist.
ARRANGED

ARRANGED
Spielfilm
Regie: Diane Crespo, Stefan C. Schaefer, USA 2007, 90 min., OF

Gast: Stefan C. Schaefer, New York

„ARRANGED konzentriert sich auf die Freundschaft zwischen einer orthodox jüdischen Frau und einer Muslimin. Beide begegnen sich als junge Lehrerinnen an einer Public School in Brooklyn. Im Verlauf eines Jahres erfahren sie, daß sie viel verbindet. Nicht zuletzt die Tatsache, daß beide gerade den Prozess arrangierter Ehen durchlaufen.“ (Stefan C. Schaefer)

THE BEETLE

THE BEETLE
Dokumentarfilm
Regie: Yishai Orian, Israel 2007, 70 min., OmeU

Gast: Ruth Diskin, Jerusalem

Yishai Orian, der Regisseur dieses Films und Besitzer eines alten Volkswagen-Käfers, wird gerade Vater. Sein Automechaniker bezweifelt, daß der Wagen noch lange durchhält, und auch die künftige Mutter hält ihn als völlig ungeeignet für das Baby. So macht sich Yishai, der seinen geliebten „Beetle“ behalten will, auf die Suche nach einer Reparaturwerkstatt...

PHYLLIS AND HAROLD

PHYLLIS AND HAROLD
Dokumentarfilm
Regie: Cindy Kleine, USA 2008, 85 min., OF

Gast: Cindy Kleine, London

Filmemacher Ken Burns bezeichnet Cindy Kleines offene und mutige Chronik der katastrophalen 59 Jahre dauernden Ehe ihrer Eltern als „ein Meisterwerk“. Mit Hilfe zahlloser Amateur-Filme aus ihrer Kindheit enthüllt Kleine Familiengeheimnisse und erzählt eine Geschichte, die nicht an die Öffentlichkeit dringen durfte, so-lange ihr Vater noch lebte.

INHERITANCE

INHERITANCE
Dokumentarfilm
Regie: James Moll, USA 2006, 75 Min. OF

Monika Hertwig ist die Tochter des Kriegsverbrechers Amon Göth, er war der sadistische Leiter des KZ Plaszow. Monikas Auseinandersetzung mit ihrer Abstammung führt zu einer unvergesslichen Begegnung mit Helen Jonas-Rosenzweig, einer Holocaust-Überlebenden, die Göth in seiner Villa im KZ zwei Jahre als Skalvin hielt. Unter dem Titel Mördervater von ARTE im August 2008 gesendet.
PLUS TARD, TU COMPRENDRAS / ONE DAY YOU’LL UNDERSTAND

PLUS TARD, TU COMPRENDRAS / ONE DAY YOU’LL UNDERSTAND
Spielfilm
Regie: Amos Gitai, Frankreich/Deutschland 2008, 89 min., OmeU

Einführung: Peter Stephan Jungk, Paris

Mit Jeanne Moreau in einer Hauptrolle, basiert der Film auf einem autobiographischen Text von Jérome Clément. »PLUS TARD... ist ein Film über ein ‘non-dit’: über etwas Nicht-Ausgesprochenes. Unsere Eltern wollten die nächste Generation vor der grausamen Wahrheit beschützen und schwiegen lieber.« (Peter Stephan Jungk)

THE CHAMPAGNE SPY

THE CHAMPAGNE SPY
Dokumentarfilm
Regie: Nadav Schirman, Israel 2007, 90 min., OmeU

Gast: Regisseur Nadav Shirman

Als „Champagner-Spion“ führte der aus Deutschland stammende Jude Wolfgang Lotz ein Doppelleben. Dieser israelische James Bond, der in den sechziger Jahren Ägypten zum Narren hielt und sich zwischen Pferderennen und Empfängen immer stärker mit seinem Zweitleben indentifizierte, starb Jahre nach seiner Aufdeckung vereinsamt 1993 in München.

THE CHAMPAGNE SPY erhielt 2007 den Israeli Acadamy Award als bester Dokumentarfilm und lief auf vielen internationalen Filmfestivals.

ARTE sendete diesen Film im November 2007.

THE WEDDING SONG

THE WEDDING SONG
Spielfilm
Regie: Karin Albou, Frankreich/ Tunesien 2008, 100 min., OmeU

Gäste: Regisseurin Karin Albou und Peter Stephan Jungk, Paris

Die Freundschaft zwischen der Muslimin Nour und der Jüdin Myriam wird durch die Okkupation Tunesiens durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg belastet. Wie bereits in La petite Jerusalem (gezeigt beim JFFB 2007) schildert Karin Albou eindringlich die Situation sephardisch-jüdischer Frauen inmitten von religiösen Auseinandersetzungen.

THE GIFT TO STALIN

THE GIFT TO STALIN
Spielfilm
Regie: Rustem Abdrashitov, Kasachstan/RUS/PL/Israel 2008, 97 min., OmeU

1949 rettet ein muslimischer Eisenbahnarbeiter einen jüdischen Jungen, den er in einem Eisenbahnwagen findet – ein Opfer von Stalins ethnischen Deportationen. Panoramaaufnahmen der kasachischen Steppe betören das Auge, während die Geschichte eines Jungen, der von einem Wiedersehen mit seinen Eltern träumt, das Herz rührt.
BART GOT A ROOM

BART GOT A ROOM
Spielfilm
Regie: Brian Hecker, USA 2008, 80 min., OF

Der unbeholfene jüdische Junge Danny Stein sucht in „Gottes Wartezimmer“ (alias Florida) verzweifelt eine sexy Begleitung zur Highschool-Prom-Feier – und übersieht dabei ganz seine beste Freundin Camille, ein nettes, kluges, ebenfalls jüdisches Mädchen. Eine halb-autobiografische Komödie über das Erwachsenwerden mit Steven Kaplan und William H. Macy in den Hauptrollen.
YOLKI PALKI

YOLKI PALKI
Dokumentarfilm
Regie: Alexander Gentelev, Israel 2007, 90 min., OmeU

Regisseur Alexander Gentelev emigierte Anfang der Neunziger aus Russland nach Israel. Jahre später beginnt er, Mitreisende von damals aufzusuchen und präsentiert hier Schlüsselerlebnisse russischer Immigranten in all ihrer lebendigen Komplexität. Mit viel Humor, Witz und Intelligenz erreicht er sein Ziel.
HELLO GOODBYE

HELLO GOODBYE
Spielfilm
Regie: Graham Guit, Frankreich 2008, 99 min., OmeU

Die Frage der jüdischen Identität wird in dieser wunderbaren französischen Komödie gründlich aufs Korn genommen. In den Hauptrollen Gérard Depardieu und Fanny Ardant als jüdisches Paar, das nach Israel immigriert. Die israelischen Stars Lior Ashkenazi (Walk on Water) und Sasson Gabai (The Band’s Visit) sind in Nebenrollen zu sehen.
GOD ON TRIAL

GOD ON TRIAL
Spielfilm
Regie: Andy de Emmony, Großbritannien 2008, 90 min., OF

Gast: Produzent Mark Redhead

Vor der Auswahl für Arbeitseinsatz oder Gaskammer stellen Gefangene in Auschwitz ein Rabbiner-Gericht zusammen und klagen Gott an, Sein Versprechen den Juden gegenüber gebrochen zu haben. Das Skript verfasste der gefeierte Drehbuchautor Frank Cottrell Boyce; die Auftritte von Antony Sher, Rupert Graves, Stellan Skarsgard und Stephen Dillane sind großartig.

THE DYING DOCTOR

THE DYING DOCTOR
Dokumentarfilm
Regie: Nina F. Grünfeld, Norwegen 2008, 52 min., OmeU

Gast: Nina F. Grünfeld, Oslo

Nina F. Grünfeld zeichnet in dieser intimen Dokumentation der letzten Lebensmonate ihres Vaters, des berühmten norwegischen Psychiaters Berthold Grünfeld, ein großartiges Familienporträt. „The Dying Doctor“ ist die Fortsetzung ihres Films „Origin Unknown“ von 2005 (JFFB 2007), in dem sie sich mit der von ihr und ihrem Vater betriebenen Suche nach Informationen über seine Mutter beschäftigte, die er nie kennengelernt hat.

IT ALL BEGINS AT SEA
Spielfilm
Regie: Eitan Green, Israel 2008, 96 min., OmeU

Einführung: Igal Avidan, Berlin

Hochgelobte poetische Familiensaga des renommierten israelischen Regisseurs Eitan Green.

VALENTINA’S MOTHER

VALENTINA’S MOTHER
Spielfilm
Regie: Arik Lubetzky, Matti Harari, Israel 2008, 76 min., OmeU

Gast: Matti Harari, Tel Aviv

Verfilmung einer Erzählung aus Savyon Liebrechts Buch Die fremden Frauen (dtv): Als die allein wohnende Paula, eine Überlebende der Shoah, auf Valentina, eine junge Gastarbeiterin aus Polen, trifft, ruft deren Namensgleichheit mit einer ehemaligen Freundin schmerzliche Erinnerungen wach. Sie steigern sich bis zur Obsession.

Comme ton père (LIKE YOUR FATHER)
Daniel Hendler als Ariel in El Abrazo Partido

Comme ton père (LIKE YOUR FATHER)
Spielfilm
Regie: Marco Carmel, Frankreich/Israel 2007, 95 min., OmeU

Die beliebten französischen Schauspieler Gad Elmaleh und Serge Berry sind die Stars in diesem berührenden Drama über die Schwierigkeiten einer israelischen Immigrantenfamilie im Frankreich der siebziger Jahre und die Beziehung eines Jungen zu seinem liebevollen, aber kriminellen Vater.
MODUS OPERANDI

MODUS OPERANDI
Dokumentarfilm
Regie: Hugues Lanneau, Belgien 2008, 98 min., OmeU

Gast: Produzent Willy Perelsztejn, Brüssel

Zwischen 1942 und 1944 wurden 24.916 Juden von Belgien nach Auschwitz deportiert. Nur 1.206 kehrten zurück. Das Verhalten der belgischen Behörden, das von Widerstand bis zu expliziter oder unbeabsichtigter Kollaboration reichte, steht im Mittelpunkt dieser filmisch hervorragenden Dokumentation.

KILLING KASZTNER

KILLING KASZTNER
Dokumentarfilm
Regie: Gaylen Ross, USA 2008, 129 min., OF

Gäste: Gaylen Ross, New York und Zsuzsi Kasztner (Tochter von I. Kasztner)

Dr. Israel (Rezso) Kasztner rettete durch seine Verhandlungen mit Adolf Eichmann fast 1700 ungarischen Juden das Leben. Doch statt als Held verehrt zu werden, verurteilte ihn ein israelisches Gericht wegen Kollaboration mit den Nazis. Später fiel er einem Attentat zum Opfer. Regisseurin Gaylen Ross‘ kraftvolle Dokumentation schlägt erneut das Geschichtsbuch bei diesem kontroversen Fall auf.

THE FLYING CAMEL

THE FLYING CAMEL
Spielfilm
Regie: Rami Na’aman, Israel 1994, 93 min., OmeU

Zwischen Bauman, einem exzentrischen jüdischen Professor, dem arabischen Müllkutscher Phares und der italienischen Nonne Gina scheint es keinerlei Gemeinsamkeiten zu geben. Dennoch kommt es unter ihnen zu überraschenden Begegnungen, ja sogar zu dauerhafter Freundschaft. Eine hinreißende Komödie, die ein Tel Aviv zeigt, wie es einmal war.
MENSCHLICHES VERSAGEN

MENSCHLICHES VERSAGEN
Spielfilm
Regie: Michael Verhoeven, Deutschland 2008, 90 min.

Preisverleihung an Michael Verhoeven für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik

Mit diesem WDR – Film untersucht der vielfach preisgekrönte Autor und Regisseur Michael Verhoeven, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der Juden in Deutschland und in den besetzten Ländern geworden ist. Schwerpunkte der Spurensuche sind Köln und München.

Mit Unterstützung von Habimah - Berlin, Verein zur Förderung jüdischer Kultur in Berlin.
WALTZ WITH BASHIR

WALTZ WITH BASHIR
Animationsfilm
Regie: Ari Folman, Israel/F/D 2008, 87 min., DF

Die animierte Dokumentation des israelischen Regisseurs Ari Folman über seine Reise in dem Bemühen, die Erinnerungen an seinen Einsatz als Soldat in Beirut 1982 freizulegen, ist eine halluzinogene und profunde Auseinandersetzung mit dem Krieg und seinen Folgen. „Walzer mit Bashir“ gewann einen Golden Globe und einen César als bester ausländischer Film.
HARLAN – IM SCHATTEN VON JUD SÜSS

HARLAN – IM SCHATTEN VON JUD SÜSS
Dokumentarfilm
Regie: Felix Moeller, D 2008, 100 min.

Veit Harlan ist der Regisseur, der sich schon 1933 öffentlich zu den Nationalsozialisten bekennt und Pathos, Volksgemeinschaft und Führertum solange zu Filmdramen zusammenrührt, bis Joseph Goebbels ihn bemerkt und sich 1940 Jud Süß bei ihm bestellt. Goebbels jubelt in sein Tagebuch: »Das wird der antisemitische Film... ein ganz großer, genialer Wurf« Als Maria den (immer noch verbotenen) Film mit siebzig zum ersten Mal richtig gesehen hat, wäre sie »am liebsten rausgegangen und hätte gekotzt«. Christiane erinnert sich, wie ihr späterer Mann, Stanley Kubrick, vor der Erstbegegnung mit ihrer Edelnazifamilie einen großen Wodka kippt, um sich zu wappnen… Maria und Christiane, Thomas, Kristian, Caspar, Alice, Jessica, Lotte, Nele, Lena, Chester und Jan – alle sind Kinder, Enkel, Neffe oder Nichte von Veit Harlan, die hier darüber reden, wie er und sein Werk noch nach 60 Jahren die Familie spalten. ...