GERHARD-KLEIN-FILMPREISE des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Potsdam
Das Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam vergibt seit zehn Jahren im Rahmen des Festivals die insgesamt mit 7000 € dotierten Gerhard-Klein-Filmpreise, die alljährlich von der Familie Klein gestiftet werden. Darauf ist das Jüdische Filmfest besonders stolz, denn was wäre ein renommiertes Festival ohne Filmpreise, ohne die spannende Frage, wer am Ende ausgezeichnet wird?! Zum zehnten Mal kommt nach dem Filmfestival in diesem Jahr das Publikum zum Zuge: Alle Besucher können ihren Favoriten wählen und ihre Stimme für den Publikumspreis abgeben. Da ein Großteil der beim Jüdisches Filmfestival Berlin & Potsdam gezeigten Filme aus Israel stammt, werden seit sechs Jahren mit dem Preis für den besten Israelischen Film die herausragende und vielfältige Filmproduktion und die beste Regiearbeit des Landes gewürdigt. Und schließlich wird in diesem Jahr zum dritten Mal der Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik vergeben.
Gewidmet ist der Preis dem 1999 im Alter von 79 Jahren verstorbenen Gerhard Klein. In Berlin war Klein eine "Kinolegende". Das Zehlendorfer Filmkunstkino "Capitol Dahlem" ist seine Schöpfung und wurde nach seiner Gründung 1956 drei Jahrzehnte lang zu einem beliebten Treffpunkt und zu einer Institution mitten im West-Berliner Studentenviertel. Als Kinderdarsteller hatte Klein, aus einer gutbürgerlichen jüdischen Berliner Familie stammend, selbst vor der Kamera und auf der Bühne gestanden. Er war u.a. der Professor in Erich Kästners Bühnenfassung von „Emil und die Detektive“ und spielte in Max Ophüls erstem Tonfilm „Dann schon lieber Lebertran“ eine Hauptrolle.1933 traf ihn das Berufsverbot der Nazis. 1939 gelang ihm die Flucht nach Palästina, wo er in einem Kibbuz arbeitete und das noch heute bestehende avantgardistische "Teatron Kameri" in Tel Aviv mitbegründete. Seine Eltern sah er nie wieder. 1952 kehrte Klein nach Deutschland zurück. Für seine anspruchsvolle Programmgestaltung im "Capitol Dahlem" erhielt er mehrere Auszeichnungen, u.a. das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Die bisherigen Preisträger:
PUBLIKUMSPREIS
Die Kinobesucher entscheiden über die Vergabe des Publikumspreises,
der mit 2000 Euro dotiert ist.
2002: TWO STATES OF MIND von Shira Richter (Israel 2001)
2003: THE HEBREW HAMMER von Jonathan Kesselman (USA 2003)
2004: MY ARCHITECT von Nathaniel Kahn (USA 2003)
2005: KEEP NOT SILENT von Ilil Alexander (Israel 2004)
2006: THE FIRST TIME I WAS TWENTY von Lorraine Levy, Frankreich
2007: THE GALILEE ESKIMOS von Jonathan Paz, Israel 2006
2008: THE HEBREW LESSON, von David Ofek und Ron Rotem, Israel 2006
2009: THE GIFT TO STALIN von Rustem Abdrashitov, Kasachstan/RUS/PL/Israel 2007
2010: ROMEO AND JULIET IN YIDDISH von Eve Annenberg, USA 2010
2011: PRECIOUS LIFE von Shlomi Eldar, Israel 2010
PREIS FÜR DEN BESTEN ISRAELISCHEN Film
Mit dem Preis soll deutlich gemacht werden, über welch herausragende und vielfältige Filmproduktion Israel verfügt. Die Veranstalter des Festivals entscheiden gemeinsam mit der Familie Klein, die auch diese Preissumme in Höhe von 3000 Euro stiftet, wem der Preis alljährlich verliehenen Preis wird.
Preisträger 2005: WATERMARKS von Yaron Zilberman (Israel/Frankreich/USA 2004)
Preisträger 2006: USHPIZIN von Gidi Dar, Israel 2004
Preisträger 2007: FIVE DAYS von Yoav Shamir, Israel 2005
Preisträger 2008: MY FATHER, MY LORD, von David Volach, Israel 2007
Preisträger 2009: VALENTINA´S MOTHER von Arik Lubetzky und Matti Harari, Israel 2008
Preisträger 2010: A FILM UNFINISHED von Yael Hersonski, Israel 2009
Preisträger 2011: GEI ONI von Dan Wolman, Israel 2010
Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik
Der Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist, wird jährlich für einen im vorausgegangenen Jahr gedrehten Film verliehen. Er wird ebenfalls von der Familie Klein gestiftet.
Preisträger 2009: MENSCHLICHES VERSAGEN von Michael Verhoeven, Deutschland 2008
Preisträger 2010: MAZEL TOV von Thomas Bergmann und Mischka Popp, Deutschland 2009
Preisträger 2011: IM HIMMEL, UNTER DER ERDE: DER JÜDISCHE FRIEDHOF WEISSENSEE von Britta Wauer, Deutschland 2011

