GERHARD-KLEIN-PUBLIKUMSPREIS
Bereits zum achten Mal in seiner inzwischen fünfzehnjährigen Geschichte findet im Rahmen des Jewish Film Festival Berlin eine Preisverleihung statt. Gewidmet ist der Preis dem 1999 im Alter von 79 Jahren verstorbenen Gerhard Klein. In Berlin war Klein eine "Kinolegende". Das Filmkunstkino "Capitol" in der Dahlemer Thielallee 36 ist seine Schöpfung und wurde nach seiner Gründung 1956 zu einem beliebten Treffpunkt und zu einer Institution. Als Kinderdarsteller hatte Klein, aus einer gutbürgerlichen Berliner Familie stammend, selbst vor der Kamera und auf der Bühne gestanden. 1933 traf ihn das Berufsverbot der Nazis. Zusammen mit seinem Bruder gelang ihm 1939 die Flucht nach Palästina, wo er in einem Kibbuz arbeitete und das noch heute bestehende avantgardistische "Teatron Kameri" in Tel Aviv mitbegründete. Die Eltern sah er nie wieder. 1952 kehrte er nach Deutschland zurück. Für seine anspruchsvolle Programmgestaltung im Kino "Capitol" erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz. Der Gerhard-Klein-Publikumspreis, gestiftet von der Familie Gerhard Kleins, ist mit 2.000 Euro dotiert. Alle Besucher des Jewish Film Festival Berlin sind eingeladen, nach der Vorführung durch das Einwerfen einer Postkarte, die man mit dem Kauf der Eintrittskarte an der Kasse erhält, ihren Favoriten zu benennen und damit den Preisträger zu bestimmen.
Bisherige Preisträger:
2002: TWO STATES OF MIND von Shira Richter (Israel 2001)
2003: THE HEBREW HAMMER von Jonathan Kesselman (USA 2003)
2004: MY ARCHITECT von Nathaniel Kahn (USA 2003)
2005: KEEP NOT SILENT von Ilil Alexander (Israel 2004)
2006: THE FIRST TIME I WAS TWENTY von Lorraine Levy, Frankreich
2007: THE GALILEE ESKIMOS von Jonathan Paz, Israel 2006
2008: THE HEBREW LESSON, von David Ofek und Ron Rotem, Israel 2006
PREIS FÜR DEN BESTEN ISRAELISCHEN FILM
DES
15. JEWISH FILM FESTIVAL
Ein Großteil der beim Jewish Film Festival Berlin gezeigten Filme stammt aus Israel. Damit soll deutlich gemacht werden, über welch herausragende und vielfältige Filmproduktion dieses Land verfügt. Die Veranstalter des Festivals bestimmen gemeinsam mit der Familie Klein, die auch diese Preissumme in Höhe von 3000 Euro stiftete, wer den zum fünften Mal verliehenen Preis erhält.
Preisträger 2005: WATERMARKS von Yaron Zilberman (Israel/Frankreich/USA 2004)
Preisträger 2006: USHPIZIN von Gidi Dar, Israel 2004
Preisträger 2007: FIVE DAYS von Yoav Shamir, Israel 2005
Preisträger 2008: MY FATHER, MY LORD, von David Volach, Israel 2007
Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik
Der Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist und ebenfalls von der Familie Klein gestiftet wurde, wird jährlich für einen im vorausgegangenen Jahr gedrehten Film verliehen.
Erstmals 2009 verliehen geht der Preis diesmal an den Regisseur Michael Verhoeven für seinen Film MENSCHLICHES VERSAGEN (Deutschland 2008). Die Preisverleihung findet am 14. Mai um 20 Uhr im Kino Arsenal statt.