In den zwanziger Jahren öffneten in der Berliner Auguststraße zwei Einrichtungen, die es in dieser Form zuvor nicht gab: ein jüdisches Kinderheim und eine Mädchenschule. Der Film von Nadja Tenge und Sally Musleh Jaber geht ihnen nach.
Die Vorstellung am 19. Mai 2015 im Babylon war die Weltpremiere. Der Gästeliste nach war es der aufwendigste Abend des Jahrgangs: neben beiden Regisseurinnen saßen Ruth Winkelmann, die die Mädchenschule in der Auguststraße selbst besucht hatte, und Regina Scheer im Saal, die über das Haus ein Buch geschrieben hat. Begrüßt wurde das Publikum von Ulla Schmidt, damals Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages; moderiert hat Lukas Welz für AMCHA Deutschland.
Das Kinderheim trug den Namen Beit Ahawah. Seine Leiterin Beate Berger brachte das Heim und einen großen Teil seiner Bewohner nach 1933 ins damalige Palästina. Ein anderer Film desselben Festivals, Das Haus in der Auguststraße von Ayelet Bargur, lief 2008 zum gleichen Thema – ein Hinweis darauf, dass das Programm über die Jahrgänge hinweg an Stoffen weiterarbeitete.