jffb.de Filmkultur & Festivalarchiv
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Illustration einer Filmrolle neben einer Walzentrommel auf einem Werkstatttisch
Illustration zum Thema: die Filmrolle und die Walze als zwei Verwertungswege desselben Stoffs
01B Cat: Filmlizenzen

Filme als Spielautomaten: die Filmlizenz vom Studio zur Megaways-Walze

Am 23. Februar 2020 brachte das Studio Stakelogic einen Spielautomaten heraus, der auf einer Söldnerfilmreihe mit Sylvester Stallone beruht. Es war der erste lizenzierte Filmtitel dieses Studios – und ein guter Anlass, sich Filme als Spielautomaten einmal von der Lizenzseite anzusehen. Spielautomaten nach Filmen entstehen nicht im Filmstudio.

6 belegte FälleStand September 2026

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Wer Filme als Spielautomaten nur für ein Marketing-Gimmick hält, unterschätzt, wie viele Parteien daran beteiligt sind. Ein solcher Automat entsteht bei einem Spieleentwickler, der eine Filmlizenz einkauft – und die gehört meist nicht einmal dem Studio, das den Film produziert hat, sondern einer Agentur für Nebenrechte. Spielautomaten nach Filmen sind deshalb Lizenzprodukte, keine Werbeaktionen.

Dieses Verzeichnis führt sechs belegte Fälle. Filme als Spielautomaten gibt es in Serie erst seit etwa 2013, und jeder der sechs Titel zeigt einen anderen Teil der Kette: wer die Rechte hielt, welches Studio sie kaufte und wie lange der Automat danach im Katalog stand.

Sechs Filme als Spielautomaten im Verzeichnis

Film · Studio · Jahr

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Die Filmlizenz ist befristet – und das ist der Unterschied

Eine Filmlizenz für einen Spielautomaten umfasst Figuren, Titelgrafik, Musik und oft Originalausschnitte. Sie läuft aus. NetEnt hat den Automaten zu Planet der Affen im Dezember 2020 aus dem Katalog genommen, gut drei Jahre nach dem Start 2017. Bei The Expendables lief die Filmlizenz über Skyrocket Entertainment, nicht über das produzierende Studio.

Praktisch heißt das: lizenzierte Spielautomaten nach Filmen sind Produkte auf Zeit. Wer heute einen Titel findet, kann nicht davon ausgehen, dass er in fünf Jahren noch angeboten wird. Bei Automaten mit eigenem Thema ist das anders.

Nachprüfen lässt sich das schlecht, und das ist selbst ein Befund. Die Studios veröffentlichen keine Liste dessen, was sie aus dem Katalog genommen haben, und ein entfernter Titel hinterlässt nur die Lücke. Die Angabe zu Planet der Affen steht in diesem Verzeichnis nur deshalb, weil die Entfernung damals als Meldung lief. Bei anderen Titeln müsste man die Kataloge über Jahre mitschreiben, um dasselbe sagen zu können.

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Megaways: die zweite Lizenz, die niemand auf dem Plakat sieht

Bei The Expendables Megaways kommen zwei Lizenzen zusammen. Die eine betrifft den Film, die andere die Spielmechanik: Megaways ist eine Entwicklung von Big Time Gaming, die Stakelogic für diesen Titel eingekauft hat. Sechs Walzen mit wechselnder Symbolzahl ergeben bis zu 117.649 Gewinnwege – die Zahl ist keine Marketingrundung, sondern 7 hoch 6.

Dass zwei Lizenzen in einem Produkt stecken, erklärt seinen Preis und seine Existenz gleichzeitig. Jede von ihnen bringt ein Publikum mit.

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Was die sechs Fälle zusammen zeigen

Nebeneinander gelegt ergeben die Daten eine Linie. Der älteste Titel im Verzeichnis erschien 2012, der jüngste 2020; dazwischen liegen zwei Jahre, 2014, in denen ein einzelnes Studio gleich zwei Actionklassiker der frühen Neunziger herausbrachte. Der Abstand zwischen Kinostart und Automat beträgt in keinem der sechs Fälle weniger als sechs Jahre, meist mehr als zwanzig.

Das ist keine Nachlässigkeit der Studios, sondern der Kern des Geschäfts. Eine Lizenz auf einen aktuellen Film kostet mehr und trägt das Risiko mit, dass die Marke nach dem Kinostart wieder verschwindet. Ein Stoff, der seit zwei Jahrzehnten im Fernsehen läuft, bringt Wiedererkennung ohne Erwartungsdruck – und lässt sich billiger einkaufen.

Welches Studio welchen Stoff genommen hat

Die Verteilung ist nicht zufällig. Microgaming hat 2014 mit Terminator 2 und Jurassic Park zwei Actionklassiker der frühen Neunziger genommen, NetEnt mit Scarface und Planet der Affen zwei Stoffe mit Kultstatus statt Massenpublikum, Skywind Rambo. Stakelogic kam 2020 als Letztes dazu und wählte mit The Expendables eine Reihe, deren Besetzungsliste selbst schon ein Argument ist.

Eine Randnotiz, die in keine dieser Linien passt: die Filme, die dieses Archiv sonst behandelt, sind für Lizenzgeschäfte dieser Art vollkommen uninteressant. Ein Dokumentarfilm über ein Kinderheim in der Auguststraße hat keine Nebenrechte, die sich verwerten ließen – und das ist kein Mangel.

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Häufige Fragen zu Filmen als Spielautomaten

Welche Filme wurden zu Spielautomaten?

Lizenzierte Spielautomaten nach Filmen gibt es seit den 1990er Jahren, in Serie aber erst seit etwa 2013. Dieses Verzeichnis führt sechs Fälle, die sich belegen lassen: The Expendables, Terminator 2, Jurassic Park, Rambo, Scarface und Planet der Affen. Entscheidend ist in allen Fällen nicht das Studio, das den Film gedreht hat, sondern der Rechteinhaber, der die Nebenrechte verwertet.

Wer vergibt die Filmlizenz für einen Spielautomaten?

Nicht das Filmstudio selbst, sondern in der Regel eine Lizenzagentur, die die Merchandising- und Nebenrechte hält. Bei The Expendables lief die Lizenz über Skyrocket Entertainment, bei Planet der Affen über 20th Century Fox Consumer Products. Das Spielestudio erwirbt damit das Recht an Figuren, Logo, Musik und Filmausschnitten – befristet.

Warum verschwinden lizenzierte Spielautomaten wieder?

Weil die Lizenz ausläuft. NetEnt hat den Automaten zu Planet der Affen im Dezember 2020 aus dem Katalog genommen, keine drei Jahre nach dem Start. Ein Spielautomat nach einem Film ist damit ein befristetes Produkt, anders als ein Automat mit eigenem Thema.

Was bedeutet Megaways in diesem Zusammenhang?

Megaways ist eine Spielmechanik, die Big Time Gaming entwickelt und an andere Studios lizenziert. Bei The Expendables Megaways kommen also zwei Lizenzen zusammen: die am Film und die an der Mechanik. Das erklärt, warum ein solcher Titel überhaupt entsteht – jede Lizenz senkt für sich das Risiko, dass ein Automat unbeachtet bleibt.