Am 23. Februar 2020 veröffentlichte das Studio Stakelogic einen Spielautomaten nach The Expendables. Bis dahin hatte der Anbieter für virtuelle Automatenspiele ausschließlich eigene Themen umgesetzt; dies war der erste Titel mit einer eingekauften Filmlizenz. Das ist der Grund, warum der Fall sich lohnt: an ihm lässt sich ablesen, was ein Studio bewegt, diesen Weg zu gehen.
Der Film, auf dem er beruht
The Expendables kam 2010 in die Kinos, inszeniert von Sylvester Stallone, der auch die Hauptrolle spielte und am Drehbuch beteiligt war. Das Konzept war eine Versammlung: Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Randy Couture, Terry Crews und Mickey Rourke, dazu Kurzauftritte von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger. Gedreht wurde überwiegend in New Orleans, mit Aufnahmen in Brasilien und Puerto Rico.
Drei Fortsetzungen folgten: 2012 unter der Regie von Simon West, 2014 von Patrick Hughes, 2023 als Expend4bles von Scott Waugh. Über die vier Teile hinweg wuchs die Besetzung zu einer Liste, die sich wie eine Bestandsaufnahme des Actionkinos der Achtziger liest. Mehr zu den Drehorten und zur Besetzung steht im Beitrag zur Filmreihe.
Was an dieser Filmlizenz ungewöhnlich ist
Lizenziert wurde nicht über das produzierende Studio, sondern über Skyrocket Entertainment. Solche Agenturen halten die Nebenrechte und verwerten sie getrennt vom Film: Spielzeug, Kleidung, Videospiele, Automaten. Für den Käufer bedeutet das einen festen Vertragspartner und einen klar umrissenen Rechteumfang – Figuren, Logo, Titelmusik, oft Filmausschnitte.
Der Zuschnitt erklärt auch, warum manche Titel Dinge nicht dürfen, die man erwarten würde. Wenn ein Automat die Gesichter der Darsteller nicht zeigt, sondern nur Silhouetten, ist meist nicht der Grafiker schuld, sondern der Vertrag: Persönlichkeitsrechte einzelner Schauspieler sind in einer Filmlizenz nicht automatisch enthalten.
Zwei Lizenzen in einem Produkt
Die zweite Lizenz betrifft die Mechanik. Megaways ist eine Entwicklung von Big Time Gaming und wird von dort an andere Studios lizenziert. Sie funktioniert über sechs Walzen, auf denen die Zahl der Symbole von Drehung zu Drehung wechselt; bei maximal sieben Symbolen je Walze ergeben sich 7 hoch 6, also 117.649 mögliche Kombinationen über alle Walzen.
Damit trägt das Produkt zwei Lizenzgebühren. Aus Sicht des Studios ist das eine Risikorechnung: Film und Mechanik bringen jeweils ein Publikum mit, das den Titel ohne den anderen Teil vielleicht nicht angesehen hätte. Die RTP-Angabe für den Automaten wird mit 96,02 Prozent geführt.
Die Fortsetzung, und was sie über den Markt sagt
Am 9. September 2021 kam The Expendables: New Mission Megaways heraus, also achtzehn Monate nach dem ersten Titel. Eine Fortsetzung in diesem Abstand ist ein Hinweis darauf, dass die erste funktioniert hat – Lizenzen werden nicht verlängert, wenn der Titel liegen bleibt.
Interessanter ist der Zeitpunkt. Der vierte Film der Reihe erschien erst 2023, der Automat also zwei Jahre vor dem nächsten Kinostart. Der Automat hängt nicht am Filmkalender; er nutzt eine Marke, die auch ohne neuen Film bekannt ist.
Eine Besetzungsliste ist keine Lizenz
Die Reihe lebt von ihrem Ensemble, und genau das ist lizenzrechtlich ihr schwieriger Teil. Rechte an Gesicht, Stimme und Namen eines Schauspielers gehören der Person, nicht dem Studio, und eine Filmlizenz überträgt sie nicht mit. Wer eine Besetzung mit einem Dutzend bekannter Namen verwerten will, müsste mit einem Dutzend Rechteinhabern einzeln verhandeln.
Deshalb arbeiten lizenzierte Automaten zu Ensemblefilmen fast immer mit Logo, Schriftzug, Waffen und Silhouetten statt mit Porträts. Beim Automaten zu Jurassic Park fällt dieselbe Einschränkung kaum auf, weil die Hauptfiguren dort Dinosaurier sind; hier fällt sie auf, weil die Namen der Besetzung der ganze Grund für die Marke sind.
Was der Vertrag im Einzelnen erlaubte, ist nicht veröffentlicht. Sichtbar ist nur das Ergebnis, und das folgt dem Muster.
Eine Randnotiz zum Namen
Die Reihe heißt im Original The Expendables, wörtlich die Verzichtbaren, im Sinne von Soldaten, deren Verlust einkalkuliert ist. Im deutschen Verleih behielt man den englischen Titel und setzte The Expendables ohne Untertitel. Der Automat übernimmt diesen Titel unverändert, obwohl die deutschsprachige Vermarktung damit einen Begriff verwendet, den ein Teil des Publikums nicht übersetzen kann. Ob das Absicht war oder nur der bequemere Weg durch den Lizenzvertrag, ist nicht dokumentiert.
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