Der Vertrag, der hinter diesem Automaten steht, deckt nicht einen Film ab, sondern drei. Microgaming vereinbarte mit Universal Partnerships & Licensing eine Reihe von Spielautomaten zur Jurassic-Park-Trilogie; der erste Titel erschien 2014. Bei Filmlizenzen ist das die teurere Variante, und auch die klügere.
Warum ein Rahmenvertrag sinnvoller ist
Eine Einzellizenz endet mit dem Titel, für den sie gekauft wurde. Wird der Automat erfolgreich, muss für jede Fortsetzung neu verhandelt werden – zu dann besseren Konditionen für den Rechteinhaber. Ein Rahmenvertrag über eine Trilogie dreht das um: das Spielestudio kann nachlegen, solange die Marke trägt.
Dass später ein Jurassic Park: Gold folgte, ist genau dieser Logik zu verdanken. Der Aufwand steckt im ersten Titel, die Fortsetzungen recyceln Motive und Tonmaterial.
Der Film von 1993
Steven Spielberg verfilmte Michael Crichtons Roman von 1990 für Universal, mit Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum und Richard Attenborough. Der Film gewann drei Oscars, alle technisch: visuelle Effekte, Ton und Tonschnitt.
Sein eigentlicher Einfluss liegt in einer Mischung, die damals neu war. Die Dinosaurier entstanden teils als Animatronik von Stan Winston, teils digital bei Industrial Light & Magic, und der Film schneidet zwischen beidem so, dass die Grenze nicht auffällt. Diese Kombination wurde für ein Jahrzehnt zum Standardverfahren.
Was die Lizenz hergibt – und was nicht
Der Automat arbeitet mit dreidimensional gerenderten Motiven, Umgebungsanimationen und Parallax-Effekten, dazu Originalton. Fünf Walzen, 243 Gewinnwege, gestapelte Wild-Symbole, eine Funktion namens T-Rex Alert.
Was auffällt: Menschen kommen kaum vor. Das ist bei lizenzierten Titeln fast immer ein Hinweis auf den Vertragsumfang. Eine Filmlizenz deckt Titel, Logo, Musik und meist die nicht-menschlichen Bildmotive ab; die Rechte an Gesicht und Stimme eines Schauspielers gehören der Person, nicht dem Studio, und müssen einzeln erworben werden. Bei einem Dinosaurierfilm ist das ein günstiger Zufall.
Wo der Rahmenvertrag endet
Ein Vertrag über eine Trilogie deckt drei Filme ab, und das ist zugleich seine Grenze. Die Reihe wurde 2015 mit Jurassic World fortgesetzt, 2018 und 2022 folgten zwei weitere Teile – alle bei Universal, alle außerhalb einer Abmachung, die sich auf die Filme von 1993, 1997 und 2001 bezieht.
Für das Spielestudio heißt das: der Erfolg der neuen Filme nützt dem alten Vertrag nichts. Wer die Motive der World-Filme verwenden will, verhandelt neu, und zwar zu Konditionen, die ein laufendes Kinofranchise diktiert und nicht ein zwanzig Jahre alter Klassiker. Das ist die Gegenrechnung zum günstigen Einkauf: ein Stoff wird billig, wenn er ruht, und teuer, sobald er wieder läuft.
Sichtbar wird der Schnitt an den Bildmotiven. Ein Automat auf Grundlage der Trilogie zeigt das Besucherzentrum, den Jeep, den Zaun, den Stammbaum der Dinosaurier aus dem Lehrfilm – Motive aus drei Filmen, die sich die Ausstattung teilen. Was ab 2015 dazukam, der umgebaute Park, die neuen Arten, das veränderte Logo, bleibt außen vor, auch wenn es beim Publikum inzwischen bekannter sein dürfte.
Belegt ist der Zuschnitt nicht durch den Vertrag selbst – Lizenzverträge werden nicht veröffentlicht –, sondern durch das, was auf dem Automaten zu sehen ist und was fehlt. Das ist bei Lizenzfragen die Regel: man liest den Vertrag am Produkt ab.
Wie weit diese Lesart trägt, zeigt ein Vergleich mit dem Buch. Michael Crichton schrieb 1995 mit Vergessene Welt eine Fortsetzung, die Spielberg 1997 verfilmte; ein dritter Roman existiert nicht, der dritte Film von 2001 wurde ohne Vorlage entwickelt. Die Trilogie, auf die sich der Rahmenvertrag bezieht, ist also selbst schon ein Konstrukt aus zwei Büchern und drei Filmen – und genau in dieser Form, nicht in einer anderen, wurde sie lizenziert.
Eine Nebenbemerkung zum Roman
Crichtons Buch und der Film gehen in einem Punkt auseinander, der für Lizenzgeschäfte bezeichnend ist: im Roman stirbt der Parkgründer John Hammond, im Film überlebt er. Spielberg brauchte die Figur für Fortsetzungen, Crichton nicht. Wer die Verwertungskette eines Stoffes verstehen will, findet in solchen Änderungen mehr als in jeder Pressemitteilung.
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