Der Rambo-Automat der Skywind Group beruht nicht auf dem Film, der die Figur eingeführt hat, sondern auf Rambo: First Blood Part II von 1985 und Rambo III von 1988. Wer die Reihe kennt, erkennt darin eine bewusste Auswahl.
Warum der erste Teil nicht die Vorlage ist
First Blood von 1982, inszeniert von Ted Kotcheff nach David Morrells Roman von 1972, ist kein Actionfilm im späteren Sinn. Er handelt von einem Heimkehrer aus Vietnam, der in einer Kleinstadt in Washington von der Polizei schikaniert wird und in die Wälder flieht. Es gibt genau einen Toten, und der stirbt bei einem Unfall.
Aus diesem Material lässt sich kein Automat bauen. Was ein lizenzierter Titel braucht, sind wiederverwendbare Bildmotive mit hohem Wiedererkennungswert: Waffen, Explosionen, ein Gesicht, eine Silhouette. Genau das liefern die Fortsetzungen, und deshalb stehen sie auf der Lizenz.
Die zwei Filme, die tatsächlich verwertet wurden
Rambo: First Blood Part II führte George P. Cosmatos, Stallone schrieb am Drehbuch mit. Der Film verschiebt die Figur vom Opfer zum Einzelkämpfer und spielt in Vietnam. Rambo III von 1988, Regie Peter MacDonald, verlegt die Handlung nach Afghanistan.
Beide Filme wurden von Carolco Pictures produziert – derselben Firma, die auch Terminator 2 finanzierte und 1995 Konkurs anmeldete. Wer den Terminator-2-Automaten daneben legt, sieht, dass zwei der bekanntesten Automatenlizenzen aus derselben aufgelösten Filmbibliothek stammen.
Was der Automat zeigt
Fünf Walzen, 20 Gewinnlinien, und als lizenzierter Titel Bildmaterial aus den Originalfilmen. Das ist der entscheidende Punkt: Standbilder und Ausschnitte aus dem Film selbst, nicht nachgezeichnete Motive. Eine Lizenz, die Originalmaterial einschließt, ist aufwendiger zu verhandeln als eine, die nur Titel und Logo abdeckt.
Eine Veröffentlichungsangabe für den Titel ist in den hier verwendeten Quellen nicht verlässlich dokumentiert. Sie fehlt deshalb im Lizenzblatt, statt geschätzt zu werden.
Warum eine zerschlagene Filmbibliothek zwei Lizenzen erlaubt
Dass es zwei Rambo-Automaten von zwei Studios gibt, hat weniger mit Verhandlungsgeschick zu tun als mit dem Zustand der Rechte. Carolco Pictures meldete 1995 Konkurs an, und eine Filmbibliothek wird in einem solchen Verfahren nicht als Block verkauft, sondern in Teilen – nach Titeln, nach Auswertungsarten, nach Gebieten.
Was danach übrig bleibt, ist kein Rechteinhaber, sondern eine Landkarte. Für denselben Stoff kann die Automatenlizenz für Europa bei einem anderen Haus liegen als die für Asien, die Rechte an Bildmaterial getrennt von denen am Titel, und eine ältere Vereinbarung kann fortbestehen, während daneben eine neue geschlossen wird. Zwei Automaten zum gleichen Film sind dann kein Widerspruch, sondern das sichtbare Ergebnis dieser Aufteilung.
Dieselbe Mechanik erklärt, warum die Lizenz für Terminator 2 heute in Paris liegt und nicht in Los Angeles. Zwei der bekanntesten Automatenlizenzen stammen aus derselben Insolvenzmasse, und beide sind dort gelandet, wo sie gelandet sind, nicht weil jemand sie dorthin haben wollte, sondern weil ein Konkursverfahren so ausging.
Nachprüfen lässt sich die Aufteilung von außen nicht. Welches Haus welchen Teil hält, steht in keinem öffentlichen Register, und die Beteiligten nennen es nur, wenn eine Pressemitteilung es erfordert. Was bleibt, ist der Befund: bei diesem Stoff gibt es zwei Automaten, und bei den meisten anderen nicht.
Ein zweiter Umstand kommt hinzu. David Morrells Roman von 1972 endet anders als der Film von 1982: im Buch überlebt die Figur nicht. Dass die Reihe überhaupt fortgesetzt werden konnte, geht auf eine Entscheidung am Schneidetisch zurück, und ohne Fortsetzungen gäbe es die beiden Filme nicht, auf denen dieser Automat beruht. Die Lizenzkette hängt damit an einem geänderten Schluss.
Zwei Automaten, ein Stoff
Auffällig ist, dass ein zweiter Rambo-Automat existiert, von Stakelogic – demselben Studio, das The Expendables Megaways herausgebracht hat. Zwei Automaten zum gleichen Stoff sind lizenzrechtlich möglich, wenn die Rechte zeitlich gestaffelt oder für unterschiedliche Märkte vergeben wurden.
Für das Publikum ist das verwirrend, für den Rechteinhaber einträglich. Aufschlussreich ist, dass Stallone-Stoffe offenbar mehrfach verwertet werden, während andere Actionmarken der Achtziger nie als Automat erschienen sind. Warum gerade diese Auswahl, sagt keine der Quellen.
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