Im Juni 2014 brachte Microgaming einen Spielautomaten zu Terminator 2: Judgment Day heraus. Der Film war zu diesem Zeitpunkt dreiundzwanzig Jahre alt, und die Lizenz kam nicht von einem US-Studio, sondern von StudioCanal in Paris. Das ist der interessanteste Teil des Falls.
Wie die Rechte nach Frankreich kamen
Terminator 2 wurde von Carolco Pictures produziert, einer unabhängigen Firma, die in den Achtzigern und frühen Neunzigern mit hohem Risiko arbeitete und 1995 Konkurs anmeldete. Die Filmbibliothek wurde verkauft. Seither liegen die Rechte an dem Film außerhalb der großen Hollywood-Studios, und StudioCanal verwertet sie – auch für Heimkino-Jubiläumsausgaben und Kinowiederaufführungen.
Für ein Spielestudio ist das eine bequeme Lage. Ein einzelner Rechteinhaber mit einem klar umrissenen Katalog verhandelt schneller als ein Konzern, in dem mehrere Abteilungen mitreden.
Der Film von 1991
James Cameron inszenierte die Fortsetzung seines eigenen Films von 1984, mit Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Edward Furlong und Robert Patrick. Der Film gewann vier Oscars, alle in technischen Kategorien: Ton, Tonschnitt, Maske und visuelle Effekte. Er war 1991 der kommerziell erfolgreichste Film des Jahres.
Technisch ist er der Grund, warum viele Zuschauer überhaupt gelernt haben, dass Computereffekte existieren. Der flüssige Metallgegner war eine der ersten Figuren, die vollständig digital animiert wurden und dabei nicht wie ein Trickeffekt aussah.
Was der Automat aus dem Material macht
Der Titel läuft über fünf Walzen mit 243 Gewinnwegen. Löst der Spieler den Freispielmodus aus, kommt eine zusätzliche Symbolreihe hinzu, und die Zahl der Gewinnwege steigt auf 1.024. Das Prinzip ist dasselbe, das Microgaming im selben Jahr auch bei anderen Titeln verwendete.
Inhaltlich arbeitet der Automat mit Motiven, die sich ohne Kontext lesen lassen: Sonnenbrille, Motorrad, Schrotflinte. Eine Filmhandlung lässt sich in diesem Format nicht erzählen, und der Versuch wird auch nicht gemacht.
Warum die Marke 2014 noch warm war
Ein Stoff, der zwanzig Jahre ruht, ist billig; ein Stoff, den niemand mehr kennt, ist wertlos. Zwischen beidem liegt die Frage, ob eine Marke in der Zwischenzeit sichtbar geblieben ist, und bei diesem Film lässt sie sich beantworten.
Terminator 2 war 1991 der kommerziell erfolgreichste Film des Jahres. Danach blieb er im Fernsehen, in Heimkino-Ausgaben und in Zitaten präsent, und die Reihe selbst lief weiter: 2003, 2009 und 2015 erschienen weitere Teile, der letzte ein Jahr nach dem Automaten. Für einen Lizenznehmer ist das die günstigste Lage überhaupt – die Marke wird von fremden Produktionen warm gehalten, ohne dass die Lizenz für den aktuellen Film bezahlt werden muss.
Dazu kommt ein Umstand, der die Verhandlung erleichtert. Die Fortsetzungen nach 1991 liegen bei anderen Häusern als der Film selbst; wer den Automaten zu Terminator 2 will, verhandelt mit StudioCanal und muss sich um die späteren Teile nicht kümmern. Ein abgegrenzter Gegenstand ist leichter zu bepreisen als ein laufendes Franchise.
Was sich daraus nicht ableiten lässt, ist der Preis. Lizenzgebühren für Automaten werden nicht veröffentlicht, weder als Pauschale noch als Beteiligung, und die Beteiligten äußern sich dazu auch auf Nachfrage nicht. Die Rechnung, die hier aufgemacht wird, ist deshalb eine Plausibilität, keine Zahl.
Eine Beobachtung zum Abstand
Zwei Jahrzehnte zwischen Kinostart und Automat sind bei lizenzierten Titeln nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Ein aktueller Film ist als Lizenz teuer und riskant, weil niemand weiß, ob die Marke trägt. Ein Film, der seit zwanzig Jahren im Fernsehen läuft, ist billiger und sicherer zugleich: Wiedererkennung ohne Erwartungsdruck.
Das erklärt, warum die Automatenkataloge voll von Stoffen der Achtziger und Neunziger sind und kaum aktuelle Titel führen. Für das Filmarchiv, das diese Seite sonst behandelt, ist das ein fremder Mechanismus – die Filme dort haben nie eine verwertbare Marke gehabt und werden auch keine bekommen.
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