Dieser Titel ist der lehrreichste in diesem Verzeichnis, weil er nicht mehr existiert. NetEnt veröffentlichte ihn 2017 in Partnerschaft mit 20th Century Fox Consumer Products und nahm ihn im Dezember 2020 aus dem Katalog – gut drei Jahre Laufzeit für ein Produkt, das erheblichen Entwicklungsaufwand gekostet hat.
Ein Automat mit zwei Spielfeldern
Technisch war der Titel ungewöhnlich. Statt eines Spielbereichs hatte er zwei, nebeneinander: einen für Rise of the Planet of the Apes und einen für Dawn of the Planet of the Apes. Fünf Walzen, drei Reihen, 20 Gewinnlinien, eine RTP von 96,33 Prozent und mittlere Volatilität.
Zwei Spielfelder bedeuten doppelte Grafikproduktion und eine Spielmechanik, die zwischen beiden wechseln muss. Niemand baut das für einen Titel, den er in drei Jahren abschalten will.
Die Lizenz und was mit ihr geschah
Vergeben wurde sie von 20th Century Fox Consumer Products. 2019 übernahm Disney die Filmsparte von Fox, und Lizenzverträge werden bei solchen Übernahmen regelmäßig neu bewertet. NetEnt nannte als Grund für die Entfernung eine Bereinigung des Katalogs zum Jahresende.
Beides muss nicht im Widerspruch stehen. Ein Vertrag, der ausläuft und dessen neuer Inhaber andere Vorstellungen über die Konditionen hat, endet still. Für das Spielestudio bleibt die Wahl zwischen teurer Verlängerung und Abschaltung.
Warum das für alle lizenzierten Titel gilt
Die Filme selbst laufen weiter. Rise of the Planet of the Apes von Rupert Wyatt und Dawn of the Planet of the Apes von Matt Reeves sind verfügbar wie zuvor, die Reihe wurde 2017 und 2024 fortgesetzt. Verschwunden ist nur das Spiel.
Daraus folgt eine Regel, die für jeden Titel in diesem Verzeichnis gilt: ein Spielautomat nach einem Film ist ein Produkt auf Zeit. Der Automat zu The Expendables Megaways läuft seit 2020, der zu Terminator 2 seit 2014 – beides sagt nichts darüber, ob sie nächstes Jahr noch da sind. Die Übersicht in Filme als Spielautomaten verfolgt diese Kette genauer.
Was ein abgeschalteter Titel hinterlässt
Ein Spielautomat, den niemand mehr anbietet, hinterlässt keine Ruine. Es gibt keine Kopie, die man aufbewahren könnte, keinen Datenträger, kein Archivexemplar – der Titel lief auf den Servern des Anbieters, und mit dem Abschalten ist er weg. Was bleibt, sind Nebenprodukte: die Pressemitteilung zum Start, Katalogeinträge bei Betreibern, Besprechungen auf Branchenseiten, Bildschirmfotos.
Das ist eine schlechtere Überlieferungslage als bei den Filmen, die dieses Archiv sonst behandelt. Ein Film aus dem Festivalprogramm von 2008 existiert weiter, auch wenn ihn niemand zeigt; eine Kopie liegt irgendwo, ein Verleih führt ihn, eine Datenbank nennt Länge und Regie. Beim Automaten endet die Überlieferung mit dem Wort des Anbieters, dass es ihn gab.
Für dieses Verzeichnis hat das eine unmittelbare Folge. Die Angabe, dass NetEnt den Titel im Dezember 2020 aus dem Katalog genommen hat, steht hier nur deshalb, weil die Entfernung damals als Meldung lief. Bei anderen Titeln müsste man die Kataloge über Jahre mitschreiben, um dasselbe sagen zu können – und niemand tut das.
Wer also wissen will, wie viele lizenzierte Filmautomaten es insgesamt gegeben hat, bekommt keine Antwort, sondern eine untere Schranke. Die Zahl der belegbaren Fälle ist kleiner als die Zahl der tatsächlichen, und um wie viel, lässt sich nicht sagen.
Eine Beobachtung zur Vorlagenwahl
Bemerkenswert ist, welche Teile der Reihe lizenziert wurden. Die Originalfilme ab 1968, mit Charlton Heston und der bekanntesten Schlusseinstellung der Filmgeschichte, kamen nicht zum Einsatz. Genommen wurden die beiden Neuverfilmungen von 2011 und 2014.
Der Grund liegt vermutlich im Bildmaterial: die neueren Filme arbeiten mit digital erzeugten Figuren in hoher Auflösung, die sich unmittelbar weiterverwenden lassen. Maskenarbeit von 1968 lässt sich das nicht. Belegt ist diese Erklärung nicht – die Beteiligten haben zur Auswahl nichts veröffentlicht.
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